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18.06.2008: Die wichtigsten Neuerungen von Firefox 3.0 Durch die verbesserte Rendering-Engine (Gecko genannt) ist Firefox 3.0 gegenüber seinem Vorgänger schneller geworden (insbesondere bei der Verarbeitung von JavaScript), verbraucht weniger Arbeitsspeicher, stellt Texte dank Unterstützung von Unterschneidungen und Ligaturen besser dar (sofern vom Font unterstützt), werden Farbprofile von Bildern berücksichtigt und ist Firefox kompatibler mit gängigen Webstandards. Das gilt v. a. für die CSS- und SVG-Unterstützung, beim wichtigen Acid3-Test hingt der Browser aber dem neuen Opera 9.5 noch etwas hinterher (vgl. dazu die Infos zu Opera). Den Acid2-Test besteht Firefox 3 aber mit 100 Punkten. Der Browser wurde etwas optisch "aufgepeppt" (z. B. durch eine größere "Zurück"-Schaltfläche), das User Interface wurde aber nur leicht überarbeitet. Optisch geht Opera 9.5 hier einen Schritt weiter, mir persönlich gefällt Opera vom Design und Handling jedenfalls noch etwas besser. Bei Mac-Nutzern passt sich die Optik von Firefox besser ins Betriebssystem ein, zudem lassen sich Widgets des Mac-OS nutzen. Aber auch unter Vista und XP passt sich das Standardtheme von Firefox immerhin farblich ans jeweilige Betriebssystem an. Die wichtigste Neuerung dürfte die neu programmierte, vereinfachte Bookmark-Verwaltung sein. Man kann jetzt Internetadressen mit einem Einfachklick (auf das neue "Stern"-Symbol rechts in der Adressleiste) schnell als "noch nicht einsortiert" abspeichern - um sie dann später in eine bestehende Bookmark-Ordnerstruktur einzupflegen. Sie lassen sich außerdem mit Tags (Schlagworten) versehen, wobei der der Browser durch Einblendung bereits verwendeter Schlagworte hilft. Außerdem lassen sich dynamisch aktualisierte, "intelligente" Lesezeichenordner einrichten, von denen einige voreingerichtet werden (z. B. "Meistbesuchte" und "Kürzlich gesetzte"). Der Download-Manager kann Downloads unterbrechen und abgebrochene wiederaufnehmen. In der Statusleiste erfolgt eine informative Anzeige aktiver Downloads. Wichtig sind auch die Verbesserungen beim Thema Sicherheit. So wurde der Phishing-Schutz aufgewertet und um die Erkennung möglicher Schadenssoftware ("Malware") erweitert. Als solche erkannte Webseiten werden automatisch geblockt. Außerdem warnt der Browser optisch bei Sicherheitsrisiken, werden SSL-Zertifikate von Servern genauer überprüft (wichtig beim Onlinebanking und Onlineshopping) und auch erweiterte SSL-Zertifikate, die nach strengeren Sicherheitsvorgaben vergeben werden, unterstützt (auch hier Gleichstand zu Opera 9.5). Wirklich wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nicht nur wie bisher Addons, sondern jetzt auch installierte Plug-Ins wie z. B. der Adobe Flash-Player, auf Updates überprüft werden. Heruntergeladene Downloads lassen sich zudem automatisch von einem installierten Antivirenprogramm untersuchen. Unter Vista orientiert sich Firefox an den Kinderschutzeinstellungen des Betriebssystems bzw. Internet Explorers. Insbesondere für Monitore, die von den üblichen Standardauflösungen/-Größen abweichen, ist die verbesserte Zoomfunktion praktisch. Mit dieser lässt sich die Anzeige von Webseiten (unter Beibehaltung des Layouts) grafisch ansprechend vergrößeren/verkleinern. Der Zoom kann (wie bei Opera) leicht über das Mausrad gesteuert werden, wenn man die Strg-Taste dabei gedrückt hält (geht allerdings etwas "ruckeliger" als bei Opera 9.5). Gut ist hier insbesondere, dass sich Firefox die Zoomeinstellungen zu einer bestimmten Seite merkt und diese beim erneuten Aufruf automatisch verwendet. Ebenfalls praktisch ist die Möglichkeit, mehrere unabhängige Textabschnitte zu markieren und in die Zwischenablage zu kopieren (durch Drücken der Strg-Taste beim Markieren mit der Maus) sowie für den so genannten "Mailto-Handler" (für E-Mail-Links auf Webseiten) nicht nur ein E-Mail-Programm der eigenen Wahl, sondern als Alternative auch einen Webmail-Dienst wie GMX oder Google Mail aufzurufen. Probleme bei der Aktualisierung von v2.x kann man bekommen, wenn man mit vielen Erweiterungen gearbeitet hat (von denen es weit über Tausend gibt). Denn noch nicht alle wurden so aktualisiert, dass sie mit v3 zusammenarbeiten. Firefox überprüft das aber und deaktiviert veraltete Addons automatisch. Ein Beispiel ist der beliebte, derzeit nicht mehr unterstützte Werbeblocker "Adblock", für den man als Ersatz auf das ohnehin bessere Adblock Plus umsteigen sollte (hier die Homepage zu Adblock Plus). Oder man nutzt den von mir favorisierten Webfilter Proxomitron. Last but not least: ebenfalls ähnlich wie bei Opera wurde die Adressleiste sowie die dazugehörige Verlaufsfunktion aufgewertet. Bei Eingabe von Stichworten schlägt Firefox besuchte Webseiten aus einem gespeicherten Verlauf der letzten 3 Monate vor, die von einem besonderen Algorithmus nach Relevanz sortiert werden. Anders als beim neuen Opera 9.5 werden aber nicht auch die Inhalte der besuchten Webseiten verschlagwortet. Aber immerhin kann man in dieser Verlaufsdatenbank suchen, sogar mit Phrasensuche (per Anführungszeichen) und über die üblichen Plus- und Minuszeichen gängiger Suchdienste (vgl. Artikel Internetrecherche im Lexikon). Persönlicher Kommentar: Für mich liegt der wesentliche Vorteil von Firefox bei der Unterstützung aller wichtigen Betriebssysteme sowie der Verfügbarkeit vieler Erweiterungen (Addons). Ich persönlich nutze aber kaum welche dieser Addons, lediglich DownloadHelper und Forecastfox. Zum Blocken von Werbung und nervigen Flash-Popup-Fenstern bevorzuge ich Proxomitron, was Browser-unabhängig ist (ist im Lexikon unter "Proxy" erläutert). Das bei früheren Versionen oft angeführte Argument der angeblich besseren Sicherheit (insbesondere gegenüber dem Internet Explorer) lässt sich aus den Erfahrungen mit v2.0 nicht halten. Es gab mittlerweile auch bei Firefox eine Vielzahl von "Bugs", die durch diverse Updates ausgemerzt werden mussten. Hier scheint mir Opera - nicht zuletzt wegen seiner geringeren Verbreitung - doch noch empfehlenswerter zu sein. Aber auch hier gab es Sicherheitsupdates, wenn auch nicht so viele wie bei Firefox und dem Internet Explorer. Großartige, wirklich spürbare Geschwindigkeitsunterschiede kann ich auf modernen PCs mit ihren ohnehin leistungsfähigen Prozessoren zwischen den drei Browsern kaum ausmachen (bei Messungen liegen Opera und Firefox derzeit recht dicht beeinander und schlagen den IE leicht). Hinsichtlich der Bookmark- bzw. Favoritenverwaltung bevorzuge ich tatsächlich eher den Internet Explorer. Die dort gegebene Möglichkeit, Favoriten direkt im Dateisystem (und nicht wie bei Firefox und Opera in einer eigenen Verwaltung) zu speichern, kommt meiner Art der Nutzung von Internetadressen eher entgegen. Immerhin: anders als Opera kann man beim Firefox Internetadressen auch direkt ins Dateisystem bzw. auf den Desktop "ziehen". Optisch sowie in Bezug auf Handling, Performance, akkurate Unterstützung von Webstandards (v. a. CSS) und unter Sicherheitsaspekten bevorzuge ich als Alternative bzw. Ergänzung zum Internet Explorer eher Opera. Dort stören mich eigentlich nur zwei Dinge: erstens die fehlende Möglichkeit, formatierte Inhalte aus Webseiten über die Zwischenablage in andere Anwendungen zu übernehmen (z. B. nach Outlook) und zweitens die fehlende Möglichkeit, Internetadressen auch als Favoriten im Dateisystem zu speichern. Update 19.06.2008: und tatsächlich, nur wenige Tage nach Veröffentlichung gibt es schon die erste Sicherheitslücke in Firefox 3 (betrifft auch Firefox 2). Ein Patch ist derzeit leider noch nicht verfügbar. Ergänzende Artikel im PC-Lexikon: Webbrowser, Internet Explorer, Patch, Service Pack, Exploit, Computervirus, Trojanisches Pferd, Spyware, Flash-Video Gefallen Ihnen diese kostenlosen und werbefreien Informationen? Dann unterstützen sie mich bitte durch den Kauf meiner Bücher. |