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02.11.2006: Windows Desktop Search 3.0 in der finalen Version erhältlich (Update 25.02.2007) Seit wenigen Tagen gibt es die finale Version der Windows Desktop Search 3.0 (WDS) zum Download für Windows XP (mit Service Pack 2). Man kann es sich auf dieser Seite herunterladen. Ich berichtete in einem früheren Artikel bereits über die Beta 2 und noch ältere Versionen der Desktop Search, die usprünglich mal "MSN Desktopsuche" genannt wurde. Wer die Beta 2 oder eine noch frühere Version der Microsoft Desktopsuche benutzt, sollte unbedingt die unteren Installationshinweise beachten. Ich empfehle jedem Anwender die Installation des Programms - es sei denn, man verwendet ein anderes Desktop-Suchprogramm. Grundsätzlich gehören solche auf Volltextindizierung basierende Suchfunktionen zu einem der großen Trends von 2007 - nicht umsonst ist die Funktion in Windows Vista fest integriert. Als Ergänzung zur WDS gibt es weiterhin die Windows Live Toolbar. Sie integriert sich als Symbolleiste in den Internet Explorer und in Outlook. Sie bietet außerdem eine engere Anbindung an den Windows Live Messenger und den Online-Bookmark-Dienst Windows Live Favorites von Microsoft, wofür man ein Konto bei Windows Live ID benötigt. Eine früher von der MSN Toolbar 2.5 mal mitgebrachte Symbolleiste für den lokalen Windows Explorer gibt es nicht mehr, da die WDS seit Version 3 über das Such-Symbol des Explorers bzw. die zentrale Suchfunktion von Windows (Win-Taste+F) aktiviert wird. Dies Symbolleiste im Internet Explorer greift nur auf die Microsoft Online-Suchmaschine Windows Live Search zu. Die Symbolleiste in Outlook dient hingegen der direkten Interaktion mit der neuen Desktop Search. Seit Version 3.0 ist die WDS auch auf Office 2007 abgestimmt. Bei einer Installation von Office 2007 wird man zur zusätzlichen Installation der Desktop Search aufgefordert. Die Suchfunktion von Outlook 2007 verlangt zwingend das Vorhandensein der WDS 3.0. Sowohl die Live Toolbar wie auch die WDS sind über die Windows Live Gallery erweiterbar. Die Live Toolbar beispielweise um benutzerdefinierbare Schaltflächen sowie Suchmarkros. Aber auch die Desktop Search selbst lässt sich über Erweiterungen "aufbohren", insbesondere iFilter für weitere Dateitypen sowie zukünftig auch kleinere Programme (derzeit scheinen für die WDS 3.0 keine verfügbar). Da bereits einige iFilter integriert sind, gibt es in der offiziellen Liste von Microsoft nur zwei zum Downloaden; empfehlenswert erscheint das "MSG iFilter Add-in" zum Durchsuchen von Outlook-MSG-Dateien (exportierte, einzelne Outlook-Objekte). Der frühere PDF-Filter von Adobe ist offenbar nicht mehr notwendig, weil in der WDS 3.0 integriert (siehe Screenshot). Es gibt außerdem noch zwei weitere Anlaufstellen für iFilter, und zwar diese "DesktopSearchIFilter-Wiki" und ifilter.org. Installation und mögliche Probleme: Das Aufspielen der WDS ist relativ einfach, man sollte jedoch darauf achten, ob man eine frühere Version der MSN Desktopsuche oder die Beta der WDS 3.0 installiert hat. Obwohl Microsoft angibt, dass das Setupprogramm dies erkennen würde und ältere Versionen bis einschließlich 2.5 vorher vom System schmeißt, habe ich persönlich mit dem "Drüberinstallieren" Probleme erlebt. Ich empfehle daher, eine alte Version zuerst manuell vom System runterzuschmeißen (in der Software-Liste der Systemsteuerung sollte ein Eintrag zu finden sein). Aber Achtung, falls man die Beta 2 der WDS zuvor installiert hatte: Diese wurde ungünstigerweise wie ein Microsoft-Sicherheitspatch mit der KB-Nummer 917013 installiert. Wer im Zug einer Systembereinigung die Uninstalldateien alter Patches gelöscht hat, kann die WDS 3.0 Beta 2 erst mal nicht mehr vom System löschen. Die beste Lösung für das Problem ist es, sich das entsprechende (versteckte) Uninstallverzeichnis ($NtUninstallKB917013$) von einem anderen Rechner ins Windows-Verzeichnis zu kopieren und den dort enthaltenen Uninstaller (spuninst.exe) manuell aufzurufen. Ein weiteres Problem kann nach erfolgreicher Installation auftreten, wenn sich einzelne Laufwerke in den erweiterten Einstellungen der WDS einer Indizierung verweigern. Das beruht meistens darauf, dass man früher einmal für dieses Laufwerk in den erweiterten Optionen die Indizierung über die Checkbox "Laufwerk für schnelle Dateisuche indizierung" deaktiviert hatte (siehe Screenshot). Ein erneutes Setzen des Häkchens bereinigt das Problem. Weiterhin kann es vorkommen, dass der entsprechende Dienst für die WDS beim nächsten Neustart nicht aktiviert wurde. Dies kann man manuell in den Diensteeinstellungen regeln. Der Eintrag heißt "Windows-Suche" und sollte auf Starttyp "Automatisch" stehen. In den grundsätzlichen Funktionen unterscheidet sich die Microsoft Desktopsuche von Konkurrenten wie Google Desktop oder Copernic Desktop Search kaum. Siehe dazu den Lexikon-Artikel "Desktop-Suchprogramme". Alle arbeiten als sogenannte "Volltextindizierer", das heißt, auf Texten basierende Dokumente wie TXT, DOC oder PDF-Dateien werden automatisch verschlagwortet. Der Index ist eine Art Datenbank, in der dann die Suche besonders schnell durchgeführt werden kann. Auch nicht durchsuchbare Dateien wie EXE-Programme, MP3-Musikdateien oder MPEG-Videos werden erfasst: hier werden auf jeden Fall immer der Dateiname und - sofern unterstützt - auch die Metadaten verschlagwortet. Nach meinen bisherigen Vergleichstesten zeichnet sich WDS durch eine besonders schnelle Indizierung sowie eine nahtlosere Integration in Windows und Outlook aus. In Bezug auf Outlook bedeutet das: die gesamte Outlook-Datenbank (alle geladenen PST-Dateien) werden mitsamt Anhängen indiziert. Anschließend lässt sich auf den Suchindex sowohl in Outlook selbst wie auch extern, über die Bedienfunktionen der WDS zugreifen. Das machen andere Anbieter zwar auch, aber so gut und nahtlos wie mit der WDS-Lösung von Microsoft habe ich das bisher noch nicht gesehen. Aus diesem Grund ziehe ich sie derzeit allen anderen Anbietern vor. Hinzu kommt, dass sie sich unter Windows und bei Nutzung neuerer Office-Versionen als Standard durchsetzen wird. Früher oder später wird man also mit ihr konfrontiert werden. Da wird es auch Google schwer haben, auf dem Desktop seine im Internet vorhandene "Suchvorherrschaft" aufrecht zu halten. Es ist wichtig, sich Zeit für die Konfiguration der WDS zu nehmen und die (mittlerweile deutschsprachige) Hilfe des Programms zu studieren, denn dort sind die überaus nützlichen erweiterten Suchbefehle aufgeführt ("Regeln für erweiterte Suche" im Abschnitt "Referenz"), mit denen es u. a. möglich ist, in einzelnen Feldern von Outlook-Kontakten (Telefon geschäftlich, Nachname etc.) zu suchen. Oder logische Abfragen mit Bool'schen Variablen durchzuführen. Mit Feldbefehlen wie "ordnername:" und "erweiterung:" kann man beispielsweise gezielt in Verzeichnissen und nach bestimmten Dateitypen suchen. Hat man sich erst mal eine solche erweiterte Suchfunktion gewöhnt, fragt man sich schnell, wie man früher ohne ausgekommen ist. Die klassische Windows-Suche existiert aber übrigens auch immer noch. Man findet sie, wenn man auf das Suchensymbol im Explorer klickt und dann in der links erscheinenden Explorerleiste auf den Befehl "Klicken Sie hier, um den Such-Assistenten aufzurufen". (av/pc-lexikon.info). Update 25.02.2007: Mittlerweile gibt es ein Update der WDS auf Version 3.01. Download von dieser Seite. Update 10.04.2007: In diesem Newsletter von mir finden Sie einen Tipp, wie Sie trotz installierter WDS-Indexsuche die bisherige klassische Suchfunktion von Windows XP (den "Search Companion") wieder als Standardsuche aktivieren können. Ergänzende Artikel im Lexikon 2007: Desktop-Suchprogramme/-Suche, Internetsuchdienste, Boolesche Operatoren, Metadaten, Dienste Gefallen Ihnen diese kostenlosen und werbefreien Informationen? Dann unterstützen sie mich bitte durch den Kauf meiner Bücher. |