19.10.2006: Marktbeobachtung - günstige 22" Wide-Screen-TFTs um die 300 Euro drängen in den Massenmarkt

Ein neuer Markttrend bei TFT-Monitoren ist gerade zu beobachten: günstige Wide-Screen-TFT-Monitore mit einer Diagonale von 22 Zoll kommen von vielen Firmen im Preisbereich von 300-350 Euro auf den Markt. Z. B. von Asus, V7, Iiyama und anderen. Preistendenz leicht fallend. Die Geräte bieten eine Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixeln bei einem Seitenverhältnis von 16:10. Bei den übrigen Daten orientiert man sich an den gängigen TN-Displays mit ihren bekannt hohen Kontrastwerten (700:1 bis 1000:1) und den geringen Schaltzeiten von unter 10 ms. Wie schon öfter berichtet, sind das in der Praxis allerdings eher nur für Computerspieler relevante Werte. Bei der aus meiner Sicht viel wichtigeren Farbdarstellung und Blickwinkel-Abhängigkeit schwächeln diese Displays dagegen (wie mittlerweile fast alle billigen TFTs). Zwar werden teilweise Blickwinkel von 160-170 Grad angegeben, aber Papier ist bekanntlich geduldig und die Art der diesen Werten zugrundeliegenden Messung gibt man dabei nicht an. Gerade bei Wide-Screen-Displays ist aber hohe Werte bei der Blickwinkelabhängigkeit besonders wichtig. Siehe dazu meine früheren Empfehlungen zum Monitorkauf.

Unter Windows kann man damit zwar auch arbeiten, aber hier sind aus meiner Sicht klassische Monitore mit 4:3-Seitenverhältnis eher zu empfehlen. Zumal nicht alle Grafikkarten mit diesen Formaten so ohne weiteres klarkommen. Wenn auch ein solcher Monitor eine Alternative für all die sein kann, die etwas mehr Darstellungsfläche brauchen, sich bisher aber aus Platzgründen mit einem Dualmonitoring-System nicht so recht anfreunden konnten. Ich persönlich bin ja ein großer Fan von Dual- oder sogar Trimonitoring und behaupte, dass jeder, der damit mal etwas länger gearbeitet hat, es nicht mehr missen kann. Aber die Geschmäcker bzw. Ansichten sind bekanntlich verschieden ;-).

Immerhin, fürs Wohnzimmer - angeschlossen an einen Medien-PC mit TV- und DVD-Video-Ausgabe sind solche Geräte durchaus interessant. Sie benötigen weit weniger Stellplatz als herkömmliche Fernseher oder die riesigen Plasma-TV-Bildschirme - und können dafür dann etwas näher an den Tisch bzw. an das Sofa herangestellt werden. Auf diese Weise hat man dann ein ähnliches großes Bild wie bei einem einige Meter weit wegstehenden Fernseh-Schirm.

Aufgrund ihrer Auflösung sind sie allerdings nur begrenzt für HDTV geeignet. Die mittlere HDTV-Auflösung von 1280x768 packen Sie zwar noch recht gut, bei "TrueHD" mit seinen 1920x1080 müssen sie aber passen. Da Ihnen zumeist die kopiergeschützten HDMI-Eingänge fehlen, um überhaupt die gängigen HD-Zuspieler anschließen zu können, sind das aber sowieso nur theoretische Betrachtungen. Bleibt also ihre Nutzung zum schauen von klassischen PAL-TV (per Fernseh-Karte bzw. DVB-T/S-Empfänger) und insbesondere die Wiedergabe von DVD-Video. Man sollte allerdings beachten, dass die Wiedergabe von Bildern und Videos mit 4:3-Format entweder rechts und links zu breiten, schwarzen Streifen führt - oder die Darstellung stark in die Breite verzerrt wird. Da gleicht dann der Nachrichtensprecher im gängigen TV-Programm leicht einem Breitmaulfrosch ;-). Mehr zu dem Problem der verschiedenen Bildformate und Seitenverhältnisse im Lexikon unter PALplus/Fernsehnormen.

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Ergänzende Artikel im Lexikon 2007: Dualmonitoring, TFT-Monitore, Plasma-TV-Bildschirme, HDTV, HDMI, DVD-Video, Fernsehkarte, DVB, PALplus/Fernsehnormen.